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Ayahuasca in Peru

Ayahuasca in Peru


Was ist Ayahuasca überhaupt?

Als „Ayahuasca“ wird eine Liane (Banisteriopsis caapi) bezeichnet, die in den südamerikanischen Regenwäldern wächst und gemeinsam mit DMT-haltigen Blättern zu einem Pflanzensud gekocht wird. Diese Mischung, die je nach Tradition noch weitere pflanzliche Zutaten beinhaltet, wird ebenfalls als Ayahuasca bezeichnet. Seit Jahrhunderten werden Krankheiten in den südamerikanischen Regenwald-Gemeinden mit Ayahuasca und abgestimmten Ritualen behandelt. In Peru ist Ayahuasca sogar nationales Kulturerbe, was die Schutzbedürftigkeit und den Wert dieser natürlichen Heilmedizin verdeutlicht. Diese wird von so genannten „curanderos“ (Deutsch: „Heiler“ oder auch „Schamane“) verabreicht. Dabei trinkt sowohl der Heiler wie auch seine Patienten den bitteren Pflanzensud, um nach kurzer Wirkzeit in einen bewusstseinserweiternden Trance-Zustand zu verfallen. Tabakrauch und vibrierende Gesänge des Schamanen beeinflussen ebenfalls die innere Reise mit dem Ayahuasca.


Vertrauenswürdige Curanderos sind ausgebildete Medizinmänner, die über Jahrzehnte bei einem Meister-Schamanen das Heilen mit Ayahuasca erlernt haben und in der Lage sein sollten, die körperlichen wie geistigen Zustände seiner Patienten sehen und zum Positiven beeinflussen zu können. Gerade deswegen ist es wichtig, nicht mit „irgendeinem Schamanen“ Ayahuasca zu trinken. Gesundheitszustände können sich im schlimmsten Fall auch verschlechtern!


Neben Ayahuasca behandeln Schamanen mit einer Vielzahl von Heilpflanzen, die verschiedene Wirkungen auf Körper und Geist haben. Diese werden häufig in so genannten „dietas“ (Deutsch: „Diäten“) verschrieben, die zwischen 10 Tagen und mehr als einem Monat andauern können. Damit die Pflanzen im Körper richtig wirken können, hält der Patient eine sehr strenge Diät, die in manchen Heilzentren sogar den Verzicht auf Pflegeprodukte, völlige Isolation von der Außenwelt, Vermeidung von Sonnenlicht und elektronischen Geräten, usw. voraussetzt. Die „dietas“ werden immer beliebter, denn die Heilzentren machen mit der längeren Verweildauer ihrer Patienten einen größeren Gewinn. 


Ayahuasca und Spiritualität

Ayahuasca-Zeremonien haben aber auch religiöse Gründe. So verhilft es dem Trinker sich mit dem Spirituellen zu verbinden, sowie mit Geistern und verstorbenen Seelen in Kontakt zu treten. Viele Ayahuasca-Trinker berichten, dass Angehörige während der Zeremonie anwesend waren und sie mit ihnen gesprochen haben. In der brasilianische Santo Daime Religion wird Ayahuasca beim Gottesdienst getrunken. Dadurch soll es einfacher sein, in spirituellen Kontakt mit dem Göttlichen und mit der Gemeinschaft zu treten.

 

Ein bekannter Ayahuasca-Hotspot ist die Dschungel-Metropole Iquitos, dort gibt es Ayahuasca-Retreat-Center im Überfluss. Aber auch in Lima, Cusco, dem Heiligen Tal oder Puerto Maldonado wird Ayahuasca angeboten. Zu meinem Erstaunen höre ich immer öfter von Leuten, die Ayahuasca in Europa konsumiert haben. Viele Schamanen reisen quasi geschäftlich um die Welt, um Zeremonien all denjenigen anzubieten, die wegen Ayahuasca nicht extra nach Peru reisen möchten.


Worauf du unbedingt achten solltest:

Recherchiere im Vorfeld über vertrauenswürdige „centros de curación“ (Heilzenter) bzw. bekannte Schamanen. Das ist zugegeben nicht immer einfach, da die besten Heiler keine Werbung für ihre Zeremonien machen. Ganz nach dem Motto: „Wer Heilung sucht, der wird schon auftauchen.“ Es gibt sowohl in Iquitos, Pucallpa wie auch außerhalb von Cusco gute Heilzentren, die sogar bei Tripadvisor gelistet sind und wo man sich im Vorfeld Bewertungen durchlesen kann. Für eine zweiwöchige Ayahuasca-Kur legt man aber schon einmal mehr als 2000 US-Dollar auf den Tisch. Dafür liefern diese Einrichtungen ärztliche und psychotherapeutische Betreuung, die für einen gewissen Sicherheitsstandard sorgen.

 

Wer nicht so viel Geld übrig hat, der reist am besten nach Pucallpa oder Iquitos, um sich vor Ort in Ruhe nach Schamanen zu erkundigen. Es gibt viele seriöse Schamanen, die auch die Einheimischen behandeln und „normale“ Preise pro Zeremonie verlangen. Wie gesagt, diese Variante braucht vor allem Zeit, gute Intuition und Spanischkenntnisse.

 

Erzwinge nichts und höre immer auf dein Bauchgefühl. Wenn dir jemand mit „Heile dein Herzchen“ oder mit „schneller Heilung“ kommt, kannst du gleich abwinken. Wer körperliche oder seelische Heilung sucht, sollte sich auf einen langfristigen Heilungsprozess einstellen. Ayahuasca ist hierfür nur der Wegbereiter und man selbst als Mensch muss noch ganz viel Arbeit leisten, um wirkliche Heilung zu erfahren.

 

Trinke Ayahuasca niemals in großen Gruppen, da du nicht wissen kannst, welche Wirkung und Reaktionen das Ayahuasca bei anderen auslöst. Erkundige dich, ob während der Zeremonie Assistenten anwesend sind, die das Geschehen kontrollieren.

 

Beginne vor deiner Zeremonie eine mindestens einwöchige Diät, bei der du auf Alkohol, Fleisch, Zigaretten, Zucker, Salz, Gewürze und viel Stress verzichtest. Bestenfalls meditierst du vor deinem Ayahuasca, so stellst du sicher, dass die Medizin auch tief in deinem Unterbewusstsein wirken kann.

 

Gerade als Frau sollte man doppelte Vorsicht walten lassen, da es in der Vergangenheit schon öfter zu sexuellen Übergriffen kam. Während der Trance ist man dem Schamanen so gut wie ausgeliefert. Deswegen spielt Vertrauen eine ganz große Rolle. In der Region um Pucallpa gibt es auch sehr bekannte Shipibo-Heilerinnen. Das ist ggf. eine sichere Alternative für alle Frauen.


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